Praxis

Welche Kamera für Einfahrt, Hauseingang und Lagerhalle

2 Min. Lesezeitcctvfinder

Die Frage kommt immer in derselben Form: „Welche Kamera brauche ich für meine Einfahrt?" Eine Antwort darauf gibt es nicht, weil sie von vier Zahlen abhängt. Hier sind fünf typische Stellen, alle vier Zahlen genannt, und jede zum Nachstellen.

Einfahrt, Kennzeichen lesen

Zwölf Meter bis zur Schranke, Kamera auf drei Metern, 22-Grad-Objektiv, 4K. Ergebnis: 818 Pixel je Meter. Das ist weit über den 250, die „Identifizieren" verlangt.

Der Haken steht in der Breite: 4,7 Meter. Das ist eine Fahrspur und sonst nichts. Wer mit derselben Kamera auch den Fussweg daneben abdecken will, verliert das Kennzeichen wieder.

Kennzeichenerfassung ist eine eigene Kamera mit einer eigenen Aufgabe. Sie scheitert fast nie an der Auflösung.

Einfahrt, Person am Tor

Dieselbe Entfernung, aber jetzt soll erkennbar sein, wer da steht. Zwölf Meter, drei Meter Höhe, 45 Grad, Full HD. Ergebnis: 192 Pixel je Meter bei zehn Metern Bildbreite.

Das reicht für „Erkennen" mit Reserve, und zwar mit einer Kamera der unteren Preisklasse. Zehn Meter Breite decken das Tor samt Randbereich ab. Zwei Aufgaben, zwei Kameras, und beide sind unspektakulär.

Hauseingang, Gesicht am Türblatt

Fünf Meter, Kamera auf 2,8 Metern, 50 Grad, Full HD. Ergebnis: 400 Pixel je Meter auf 4,8 Metern Breite.

Auf kurze Entfernung ist „Identifizieren" fast geschenkt. Der kritische Wert am Hauseingang ist deshalb nicht die Auflösung, sondern die Montagehöhe: hängt die Kamera zu hoch, blickt sie auf Schädeldecke und Schultern statt ins Gesicht.

Lagerhalle, Regalgang der Länge nach

25 Meter Gang, Kamera auf sechs Metern unter der Decke, 40 Grad, 4K. Ergebnis: 208 Pixel je Meter auf 18,5 Metern Breite.

Der Gang ist damit über die ganze Länge auf „Erkennen" abgedeckt. Mit einem 90-Grad-Objektiv an derselben Kamera wären es 76 Pixel je Meter, also nur noch „Beobachten". Dieselbe Hardware, zwei Qualitätsstufen Unterschied.

Lagerhalle, Tor von innen

15 Meter zum Tor, Kamera auf fünf Metern, 50 Grad, Full HD. Ergebnis: 134 Pixel je Meter auf 14,3 Metern Breite.

Das liegt knapp über der Anforderung für „Erkennen". Knapp ist an dieser Stelle ein Hinweis, kein Ergebnis: nachts bleibt davon nichts übrig, weil ein Sensor bei wenig Licht rauscht oder länger belichtet.

Wer eine Stelle auf den Grenzwert plant, plant sie für den Sonnenschein.

Alle fünf zum Nachstellen

Jeder Link öffnet die 3D-Ansicht mit genau diesen Werten. Dort lässt sich weiterdrehen: eine andere Auflösung, ein anderer Winkel, eine andere Entfernung.

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