Technik

4K oder Full HD: wann sich die höhere Auflösung wirklich lohnt

3 Min. Lesezeitcctvfinder

Auf dem Angebot stehen zwei Zeilen untereinander. Dieselbe Kamera, einmal Full HD, einmal 4K, und dazwischen ein paar hundert Euro Unterschied pro Stück. Bei acht Kameras wird daraus eine Entscheidung, über die man nachdenken sollte. Die gute Nachricht: sie lässt sich ausrechnen.

Was 4K am selben Objektiv wirklich bringt

Full HD hat 1920 Pixel in der Breite, 4K hat 3840. Das ist genau das Doppelte. Wenn beide Kameras dasselbe Objektiv haben und auf dieselbe Stelle schauen, verteilen sie ihre Pixel auf dieselbe Breite, und die Pixeldichte verdoppelt sich schlicht.

EntfernungFull HD4K
10 m165 Px/m329 Px/m
15 m110 Px/m221 Px/m
20 m83 Px/m166 Px/m
30 m55 Px/m111 Px/m

Gerechnet mit 60° Bildwinkel und 3 Metern Montagehöhe. Zieh die Grenze bei 125 Px/m für „Erkennen“ ein, dann siehst du das Entscheidende: Full HD schafft es bis knapp über zehn Meter. 4K schafft es bis über zwanzig.

4K verdoppelt nicht die Reichweite in Metern, sondern die Pixeldichte. Auf die Entfernung umgerechnet ist es trotzdem ungefähr das Doppelte.

Wann sich der Aufpreis lohnt

Es gibt zwei Fälle, in denen die höhere Auflösung ihr Geld wert ist.

  • Du brauchst Weitwinkel und Detail gleichzeitig. Ein Hof, der ganz aufs Bild soll, und darin ein Tor, an dem du Gesichter brauchst. Mit 4K bekommst du beides aus einer Kamera, mit Full HD bräuchtest du zwei.
  • Du willst später hineinzoomen können. In der Aufzeichnung nachträglich einen Ausschnitt vergrössern geht nur, wenn dort Pixel liegen. Das ist der Fall, in dem 4K nachträglich rettet, was sonst verloren wäre.

Und es gibt den Fall, in dem der Aufpreis nichts bringt: Wenn die Kamera ohnehin ein enges Objektiv bekommt und nur eine schmale Stelle sehen soll, erreicht schon Full HD die geforderte Dichte. Die zusätzlichen Pixel landen dann auf einer Fläche, auf der sie niemand braucht.

Der billigere Weg zur gleichen Wirkung

Bevor du auf 4K gehst, prüf den Bildwinkel. Von 90° auf 60° zu wechseln kostet bei den meisten Modellen nichts, weil beide Objektive im selben Gehäuse angeboten werden. Der Gewinn an Pixeldichte ist ähnlich gross wie der Sprung von Full HD auf 4K.

Der Preis dafür ist Fläche. Du siehst weniger, dafür siehst du es besser. Ob das passt, hängt an der Stelle: Bei einer Tür ist es fast immer richtig, bei einem grossen Hof selten.

Erst den Bildwinkel prüfen, dann die Auflösung kaufen. Die Reihenfolge spart oft mehr Geld als die Verhandlung über den Stückpreis.

Was in der Rechnung sonst noch zählt

Mehr Pixel wollen gespeichert werden. Eine 4K-Kamera erzeugt bei gleicher Bildrate und Kompression deutlich mehr Daten als eine mit Full HD. Über eine Aufbewahrungsfrist von mehreren Wochen und über acht Kameras summiert sich das, und der Rekorder muss es aushalten.

Dazu kommt das Licht. Ein 4K-Sensor derselben Baugrösse hat kleinere Bildpunkte, und kleinere Bildpunkte sammeln weniger Licht. Bei Tage merkt man davon nichts. In einer dunklen Halle kann eine gute Full-HD-Kamera das brauchbarere Bild liefern als eine mittelmässige 4K.

Am Ende hilft nur eines: die Stelle durchrechnen, an der es darauf ankommt. Trag Entfernung, Montagehöhe und Aufgabe in den cctvfinder ein und vergleich beide Auflösungen nebeneinander. Dann steht die Entscheidung auf einer Zahl statt auf einem Gefühl.

Weiterlesen