Planung

Wie viele Kameras brauche ich für mein Gelände?

3 Min. Lesezeitcctvfinder

Der Hof ist vierzig Meter breit. Reicht da eine Kamera? Die Frage klingt einfach, und die üblichen Antworten sind es auch: „Nimm vier, dann bist du sicher.“ Oder: „Eine 180-Grad-Kamera schafft das.“ Beide Antworten haben dasselbe Problem. Sie nennen eine Zahl, bevor irgendjemand gefragt hat, was auf dem Hof eigentlich zu sehen sein soll.

Die Zahl folgt aus einer einzigen Rechnung

Eine Kamera deckt eine bestimmte Breite ab, und zwar genau so viel, wie ihre Pixel bei der geforderten Dichte hergeben. Das ist eine Division, mehr nicht.

  • Abgedeckte Breite = horizontale Pixelzahl geteilt durch geforderte Pixeldichte

Eine 4K-Kamera hat 3840 Pixel in der Breite. Bei 125 Px/m für „Erkennen“ ergibt das 30,7 Meter. Bei Full HD mit 1920 Pixeln sind es 15,4 Meter. Bei 250 Px/m für „Identifizieren“ halbieren sich beide Werte.

Diese Breite ist eine Obergrenze und hängt nicht an der Entfernung. Weiter weg heisst nur: engeres Objektiv, dieselbe Breite.

Für den vierzig Meter breiten Hof heisst das: bei „Erkennen“ und 4K brauchst du mindestens zwei Kameras. Bei Full HD sind es drei. Bei „Identifizieren“ und 4K ebenfalls drei.

Warum die Entfernung trotzdem eine Rolle spielt

Die abgedeckte Breite steht fest, die Entfernung entscheidet nur darüber, welches Objektiv du dafür brauchst.

BildwinkelDeckt ab (4K, 125 Px/m)Passende Entfernung
110° Weitwinkel30,7 mrund 11 m
90° Weitwinkel30,7 mrund 15 m
60° Standard30,7 mrund 27 m
30° Tele30,7 mrund 57 m

Alle vier Zeilen decken dieselbe Breite ab. Was sich ändert, ist nur, wo die Kamera stehen muss. Das ist eine gute Nachricht für die Planung: Du kannst den Standort nach den baulichen Möglichkeiten wählen und den Bildwinkel danach richten.

Was du bei der Aufteilung beachten solltest

  • Plane Überlappung ein. Zwei Kameras, die exakt aneinander anschliessen, haben in Wirklichkeit einen Streifen dazwischen, in dem beide nur die Kante sehen. Zehn bis fünfzehn Prozent Überlappung sind üblich.
  • Trenne nach Aufgabe, nicht nach Fläche. Der Hof braucht vielleicht nur „Detektieren“, das Tor darin aber „Identifizieren“. Zwei Kameras mit verschiedenen Aufgaben schlagen vier gleiche.
  • Denk an Verdeckung. Ein Anhänger, ein Container oder ein parkender Lkw nimmt einer Kamera die halbe Fläche. Zwei Blickrichtungen sind hier mehr wert als eine höhere Auflösung.

Und der häufigste Fehler: die Panoramakamera in der Hofmitte, die alles gleichzeitig sehen soll. Sie verteilt ihre Pixel gleichmässig über 180 oder 360 Grad, und damit bekommt jede einzelne Stelle sehr wenig davon. Für den Überblick ist das richtig. Für ein Gesicht am Tor braucht es daneben noch etwas anderes.

So gehst du vor

Geh das Gelände einmal ab und schreib die Stellen auf, an denen tatsächlich etwas passiert. Das Tor, die Laderampe, der Mitarbeiterparkplatz, die Tür zum Lager. Notier zu jeder Stelle, wie breit der Bereich ist und was du dort sehen willst.

Danach rechnest du jede Stelle einzeln durch. Im cctvfinder trägst du Entfernung, Montagehöhe und Objektbreite ein und siehst sofort, ob eine Kamera diese Stelle abdeckt oder ob es zwei werden. Am Ende steht eine Liste mit Begründung, und jede Zeile darin lässt sich nachrechnen.

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